Pflegeausbildung Schweiz: Alles, was du über den Einstieg wissen musst

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Du interessierst dich für eine Pflegeausbildung in der Schweiz oder möchtest mit deiner deutschen Ausbildung dort arbeiten? Dann bist du hier genau richtig. Das Schweizer Ausbildungssystem in der Pflege unterscheidet sich in einigen Punkten vom deutschen – und das zu verstehen, ist der erste Schritt auf deinem Weg in die Schweizer Pflegewelt.

In diesem Artikel erkläre ich dir, welche Ausbildungswege es in der Schweiz gibt, wie deine deutsche Qualifikation anerkannt wird und welche Karrieremöglichkeiten sich dir bieten. Denn eines ist sicher: Die Schweiz sucht dringend Pflegefachkräfte, und mit der richtigen Ausbildung stehen dir alle Türen offen. Der Fachkräftemangel in der Pflege macht qualifizierte Kräfte begehrter denn je.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz kennt verschiedene Pflegeausbildungen: FaGe, HF und FH mit unterschiedlichen Anforderungen und Karrierechancen
  • Deutsche Pflegeausbildungen werden in der Regel anerkannt – der Prozess dauert vier bis acht Wochen
  • Die Ausbildungsvergütung liegt deutlich höher als in Deutschland
  • Nach der Ausbildung erwarten dich Gehälter zwischen 5.500 und 8.000 CHF monatlich
  • Auch Quereinsteiger haben Möglichkeiten, in die Schweizer Pflege einzusteigen

Die verschiedenen Pflegeausbildungen in der Schweiz

Das Schweizer Bildungssystem in der Pflege ist dreistufig aufgebaut. Je nach Ausbildungsniveau unterscheiden sich Verantwortungsbereich, Gehalt und Karrieremöglichkeiten.

Die Grundausbildung ist die dreijährige Lehre zur Fachfrau oder zum Fachmann Gesundheit, kurz FaGe. Diese Ausbildung entspricht etwa der deutschen Pflegefachassistenz und ist der klassische Einstieg in die Pflege. Du lernst die Grundlagen der Pflege, arbeitest unter Anleitung und unterstützt diplomierte Pflegefachpersonen bei ihrer Arbeit.

Die nächste Stufe ist die Ausbildung an einer Höheren Fachschule (HF). Hier wirst du zur diplomierten Pflegefachfrau oder zum diplomierten Pflegefachmann ausgebildet. Diese Ausbildung dauert drei Jahre und qualifiziert dich für eigenverantwortliches Arbeiten. Die meisten Pflegekräfte in Schweizer Spitälern haben diesen Abschluss.

Die höchste Stufe ist das Studium an einer Fachhochschule (FH). Der Bachelor in Pflege dauert ebenfalls drei Jahre, ist aber akademischer ausgerichtet. Absolventen übernehmen oft Führungsaufgaben oder arbeiten in spezialisierten Bereichen.

FaGe: Der klassische Einstieg in die Pflege

Die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit ist der beliebteste Einstieg in die Schweizer Pflegewelt. Sie kombiniert schulisches Lernen mit praktischer Arbeit in Pflegeeinrichtungen.

  • Die Ausbildung dauert drei Jahre und beginnt meist nach dem Schulabschluss
  • Du wechselst zwischen Berufsschule und praktischen Einsätzen in Spitälern, Heimen oder bei der Spitex
  • Der Lohn während der Ausbildung liegt bei 800 bis 1.200 CHF im ersten Jahr und steigt auf bis zu 1.500 CHF im dritten Jahr
  • Nach Abschluss verdienst du als FaGe etwa 4.500 bis 5.500 CHF monatlich
  • Du kannst dich anschließend zur diplomierten Pflegefachperson weiterbilden
 

Die FaGe-Ausbildung ist auch für Quereinsteiger interessant. Wer bereits Berufserfahrung mitbringt, kann die Ausbildung unter Umständen verkürzen.

HF-Ausbildung: Der Weg zur diplomierten Pflegefachperson

Die Ausbildung an der Höheren Fachschule ist der Standardweg für alle, die als vollwertige Pflegefachkraft arbeiten möchten. Hier lernst du alles, was du für eigenverantwortliche Pflege brauchst.

Die Zulassungsvoraussetzungen sind ein Abschluss als FaGe oder eine gleichwertige Vorbildung. Auch mit einer abgeschlossenen Berufslehre in einem anderen Bereich plus Praktikum ist der Einstieg möglich. Die Ausbildung dauert drei Jahre und kombiniert Theorie mit Praxiseinsätzen in verschiedenen Bereichen.

Inhaltlich lernst du Pflegeprozesse zu planen und durchzuführen, medizinisches Fachwissen anzuwenden und in interdisziplinären Teams zu arbeiten. Auch Themen wie Kommunikation, Ethik und Qualitätsmanagement stehen auf dem Lehrplan.

Nach dem Abschluss kannst du in allen Bereichen der Pflege arbeiten – von der Akutpflege im Spital über die Onkologie bis zur Psychiatrie. Auch die Intensivstation steht dir offen. Manchmal wird vor der Zulassung ein Eignungstest für die HF Pflege verlangt.

Anerkennung deutscher Pflegeausbildungen

Du hast deine Ausbildung bereits in Deutschland gemacht und möchtest in der Schweiz arbeiten? Das ist grundsätzlich problemlos möglich. Die Anerkennung deines Pflege-Diploms läuft über das Schweizerische Rote Kreuz.

Für die Anerkennung brauchst du folgende Unterlagen:

  • Beglaubigte Kopie deines Pflegediploms oder Examens
  • Nachweis über Berufserfahrung und bisherige Arbeitszeugnisse
  • Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Lebenslauf mit Angaben zu deiner Ausbildung
  • Ausgefülltes Antragsformular des SRK
 

Der Prozess ist unkompliziert: Du reichst deine Unterlagen ein, das SRK prüft deine Qualifikation und stellt eine Anerkennung aus. Das dauert in der Regel vier bis acht Wochen. In den meisten Fällen wird dein deutsches Examen direkt anerkannt.

Je nach Art deiner deutschen Ausbildung wirst du unterschiedlich eingestuft. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner mit dreijähriger Ausbildung werden meist als diplomierte Pflegefachpersonen anerkannt. Pflegehelfer oder Pflegeassistenten werden als FaGe oder auf einem ähnlichen Niveau eingestuft.

Falls deine Ausbildung nicht vollständig anerkannt wird, gibt es Anpassungsmöglichkeiten. Manchmal reicht ein kurzer Kurs, manchmal ein Praktikum. Bei HeySwiss unterstützen wir dich bei diesem Prozess – von der Antragstellung bis zur erfolgreichen Anerkennung.

Was verdienst du nach der Ausbildung?

Die Gehälter in der Schweizer Pflege sind deutlich höher als in Deutschland. Das macht den Beruf nicht nur attraktiver, sondern spiegelt auch die Wertschätzung wider, die Pflegekräfte in der Schweiz genießen.

  • Als FaGe startest du mit etwa 4.500 bis 5.500 CHF monatlich
  • Diplomierte Pflegefachpersonen HF verdienen zwischen 5.600 und 7.500 CHF
  • Mit Bachelor-Abschluss FH sind 6.000 bis 8.000 CHF realistisch
  • Spezialisierungen und Leitungsfunktionen bringen noch höhere Gehälter
  • Dazu kommen attraktive Zulagen für Nacht- und Wochenendarbeit
 

Mehr Details zu den Verdienstmöglichkeiten findest du in unserem Artikel zum Durchschnittslohn in der Pflege. Mit unserem Brutto-Netto-Rechner kannst du dein individuelles Nettogehalt berechnen.

Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Die Pflegeausbildung ist erst der Anfang. In der Schweiz gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden und die Karriereleiter zu erklimmen.

Eine beliebte Option ist die Weiterbildung zur Stationsleitung. Hier lernst du Führungskompetenzen und bereitest dich auf leitende Positionen vor. Das Gehalt als Stationsleitung liegt deutlich über dem einer regulären Pflegefachperson.

Auch fachliche Spezialisierungen sind möglich. Du kannst dich zum Beispiel in Intensivpflege, Anästhesie, Notfallpflege oder Onkologie weiterbilden. Diese Zusatzqualifikationen werden nicht nur gut bezahlt, sondern machen dich auch auf dem Arbeitsmarkt noch gefragter.

Wer akademisch weiterkommen möchte, kann Pflege studieren – auch berufsbegleitend. Ein Fernstudium Pflege ermöglicht es, neben dem Job einen höheren Abschluss zu erwerben. Viele Arbeitgeber unterstützen Weiterbildungen finanziell oder durch Freistellungen.

Praktische Tipps für den Ausbildungsstart

Wenn du dich für eine Pflegeausbildung in der Schweiz interessierst, solltest du einige Dinge beachten.

Die wichtigsten Schritte auf deinem Weg:

  • Informiere dich früh über die Zulassungsvoraussetzungen deiner Wunschschule
  • Sammle praktische Erfahrung durch Praktika oder Freiwilligenarbeit
  • Bereite deine Bewerbungsunterlagen sorgfältig vor
  • Plane ausreichend Zeit für eventuelle Aufnahmetests ein
  • Kläre Fragen zu Aufenthaltsbewilligung und Versicherung rechtzeitig
 

Sprachlich solltest du Deutsch gut beherrschen. In der Deutschschweiz wird zwar Schweizerdeutsch gesprochen, aber im beruflichen Kontext und in der Ausbildung wird Hochdeutsch verwendet. Du musst also kein Schweizerdeutsch lernen – das kommt mit der Zeit von selbst.

Für die Ausbildung brauchst du eine Aufenthaltsbewilligung. Als EU-Bürgerin oder EU-Bürger ist das unkompliziert. Informiere dich über die Formalitäten beim Arbeiten in der Schweiz und die Steuern, die auf dich zukommen.

Alternativen für erfahrene Pflegekräfte

Nicht jeder möchte eine komplette Ausbildung in der Schweiz machen. Wenn du bereits Erfahrung hast, gibt es andere Wege.

Mit deutscher Pflegeausbildung kannst du direkt in die Schweiz wechseln. Die Anerkennung deines Diploms ermöglicht dir den sofortigen Berufseinstieg. Wir von HeySwiss helfen dir dabei, passende Pflege Jobs zu finden und begleiten dich durch den gesamten Prozess.

Auch als MFA oder Heilerziehungspfleger hast du Möglichkeiten in der Schweiz. Die Gesundheitsbranche ist vielfältig, und verschiedene Qualifikationen werden gesucht. Selbst für 24-Stunden-Pflege oder Betreuung im Privathaushalt gibt es Stellenangebote.

Fazit: Dein Weg in die Schweizer Pflege

Die Pflegeausbildung in der Schweiz bietet hervorragende Perspektiven. Ob du frisch einsteigst oder mit deutscher Qualifikation wechselst – die Möglichkeiten sind vielfältig und die Verdienstaussichten ausgezeichnet.

Das Schweizer Ausbildungssystem ist gut strukturiert und bietet klare Karrierewege. Von der FaGe über die HF bis zum Bachelor kannst du dich kontinuierlich weiterentwickeln. Und auch nach der Ausbildung hören die Möglichkeiten nicht auf: Spezialisierungen und Führungspositionen warten auf engagierte Pflegekräfte.

Wenn du den Schritt in die Schweiz wagen möchtest, unterstützen wir dich gerne. Bei HeySwiss begleiten wir Pflegekräfte aus Deutschland und Österreich auf ihrem Weg – von der Anerkennung über die Jobsuche bis zur Wohnungssuche. Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch und lass uns gemeinsam deine Möglichkeiten besprechen!

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Tara von HeySwiss

Hey, ich bin Tara! Hier findes du regelmäßig Infos zu deinem Job in der Schweiz! 🙂🇨🇭

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Häufige Fragen zum Thema

Wie lange dauert die Pflegeausbildung in der Schweiz?

Die FaGe-Ausbildung dauert drei Jahre, ebenso die HF-Ausbildung zur diplomierten Pflegefachperson. Das Bachelor-Studium an der Fachhochschule umfasst ebenfalls drei Jahre.

Wird meine deutsche Pflegeausbildung in der Schweiz anerkannt?

Ja, deutsche Pflegeausbildungen werden in der Regel anerkannt. Der Prozess läuft über das Schweizerische Rote Kreuz und dauert vier bis acht Wochen.

Wie viel verdient man während der Pflegeausbildung?

Die Ausbildungsvergütung als FaGe liegt zwischen 800 und 1.500 CHF monatlich, je nach Lehrjahr. Das ist deutlich mehr als in Deutschland.

Kann ich auch ohne Ausbildung in der Schweizer Pflege arbeiten?

Es gibt Einstiegsmöglichkeiten als Pflegehelferin, aber die Karrierechancen sind begrenzt. Eine Ausbildung ist der beste Weg für eine langfristige Karriere.

Wie finde ich eine Ausbildungsstelle in der Schweiz?

Du kannst dich direkt bei Spitälern und Pflegeheimen bewerben oder spezialisierte Jobbörsen nutzen. Auch Vermittlungen wie HeySwiss können bei der Suche helfen.

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