Fachkräftemangel Pflege Schweiz 2026: Zahlen, Gründe und Chancen für dich

Fachkräftemangel Pflege Schweiz: Zahlen und Chancen

Inhalt

Wie gross ist der Fachkräftemangel in der Pflege in der Schweiz? Laut Gesundheitsobservatorium Obsan brauchen Spitäler, Heime und Spitex bis 2029 rund 43.400 diplomierte Pflegefachpersonen zusätzlich, inklusive Ersatz für Pensionierungen und Berufsaustritte. Mit der bisherigen Ausbildung lässt sich nur rund zwei Drittel davon decken. Hier findest du die Zahlen, die Massnahmen von Bund und Kantonen und was das für dich als Pflegekraft aus Deutschland bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bedarf bis 2029 laut Obsan: rund 43.400 diplomierte Pflegefachpersonen und rund 27.100 Fachpersonen auf Sekundarstufe II wie FaGe.
  • Mit den heutigen Ausbildungszahlen werden nur rund 67 % des Bedarfs an diplomierten Pflegefachpersonen gedeckt.
  • Am stärksten wächst der Bedarf in Pflegeheimen (+26 %), danach Spitex (+19 %) und Spitäler (+14 %), jeweils 2019 bis 2029.
  • Bund und Kantone investieren seit Juli 2024 knapp eine Milliarde Franken in die Ausbildung.
  • Für Pflegekräfte aus Deutschland heisst das: gute Chancen, gute Verhandlungsposition, aber die Anerkennung beim SRK bleibt Pflicht.

Neuer Pflegejob in der Schweiz? Wir finden die passende Stelle für dich und verhandeln dein Gehalt mit. Für dich 100 % kostenlos.

Kostenloses Kennenlerngespräch sichern

Die Zahlen zum Pflegemangel

Kennzahl (Obsan-Bericht 03/2021)Wert
Rekrutierungsbedarf diplomierte Pflegefachpersonen bis 2029rund 43.400
Rekrutierungsbedarf Sekundarstufe II (z. B. FaGe) bis 2029rund 27.100
Deckung durch eigene Ausbildung (Tertiärstufe)rund 67 %
Deckung durch eigene Ausbildung (Sekundarstufe II)rund 80 %
Wachstum Personalbedarf Pflegeheime 2019–2029+26 %
Wachstum Spitex+19 %
Wachstum Spitäler+14 %

Die Gründe sind bekannt: Die Bevölkerung wird älter, viele Pflegefachpersonen gehen in den nächsten Jahren in Pension und ein Teil verlässt den Beruf früh. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die zu Hause oder im Heim gepflegt werden.

Was Bund und Kantone tun

  • Ausbildungsoffensive: Seit 1. Juli 2024 fördern Bund und Kantone während acht Jahren die Ausbildung mit knapp einer Milliarde Franken, unter anderem mit Ausbildungsbeiträgen für Studierende. Mehr dazu im Beitrag Pflegeausbildung Schweiz.
  • Bessere Arbeitsbedingungen: Der Nationalrat hat im April 2026 ein Bundesgesetz über die Arbeitsbedingungen in der Pflege beraten, unter anderem mit einer Normalarbeitszeit von höchstens 42 Stunden. Der Ständerat muss noch entscheiden. Mehr im Beitrag Arbeitsbedingungen in der Pflege.

Was der Mangel für dich bedeutet

  • Viele offene Stellen: vor allem in Heimen und bei der Spitex, aber auch in Spitälern.
  • Verhandlungsspielraum: Du kannst beim Lohn, beim Pensum und bei Dienstzeiten mitreden.
  • Anerkennung bleibt Pflicht: Auch beim grössten Mangel brauchst du für die Arbeit als diplomierte Pflegefachperson die Anerkennung beim SRK. Mehr dazu im Beitrag zur Anerkennung deines Pflegediploms.
Tipp

Gerade weil viele Arbeitgeber suchen, lohnt sich ein Vergleich. Lohn, Wochenstunden, Ferientage und Dienstplan-Vorlauf unterscheiden sich stark. Wir kennen die Bedingungen und verhandeln für dich mit. Mehr auf Pflegejobs in der Schweiz.

Lohn in Mangelberufen

Diplomierte Pflegefachpersonen verdienen im Median rund 7.400 CHF brutto im Monat, zum Einstieg rund 6.600 CHF. Mit Spezialisierung, etwa in Intensiv- oder Anästhesiepflege, steigen die Lohnbänder. Alle Zahlen im Beitrag Lohn Pflegefachfrau HF Schweiz, die gefragtesten Bereiche im Beitrag Pflege Jobs Schweiz.

Häufige Fragen

Wie viele Pflegekräfte fehlen in der Schweiz?

Laut Obsan brauchen Spitäler, Heime und Spitex bis 2029 rund 43.400 diplomierte Pflegefachpersonen zusätzlich. Die eigene Ausbildung deckt davon nur rund 67 %.

Wo ist der Pflegemangel in der Schweiz am grössten?

Der Bedarf wächst am stärksten in Pflegeheimen (+26 % von 2019 bis 2029), danach bei der Spitex (+19 %) und in Spitälern (+14 %).

Was tut die Schweiz gegen den Pflegemangel?

Seit Juli 2024 fördern Bund und Kantone die Ausbildung mit knapp einer Milliarde Franken. Zusätzlich berät das Parlament ein Gesetz für bessere Arbeitsbedingungen.

Brauche ich trotz Mangel eine Anerkennung?

Ja. Für die Arbeit als diplomierte Pflegefachperson brauchst du die Anerkennung deines Abschlusses beim SRK.

Du willst wissen, was du in der Schweiz verdienen kannst? HeySwiss kennt die Lohnbänder der Arbeitgeber, findet die passende Stelle und hilft bei Anerkennung, Wohnung und Umzug – für dich 100 % kostenlos.

Kostenloses Kennenlerngespräch sichern

Quellen: BAG: Bedarf an Pflegepersonal (Obsan-Bericht 03/2021), BAG: Ausbildungsoffensive Pflege, Parlament: Nationalrat zur Pflegeinitiative (28.04.2026), BAG/BFS: Löhne Pflegefachpersonen. Stand: Oktober 2026.

Inhalt

Diese Artikel könnten dich auch interessieren