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Die Schweizer Gehälter klingen verlockend – aber wie viel bleibt nach Steuern und Abgaben tatsächlich übrig? Diese Frage stellen sich viele, die einen Wechsel in die Schweiz erwägen. Die gute Nachricht vorweg: Auch nach allen Abzügen bleibt deutlich mehr als in Deutschland. Aber das Steuersystem funktioniert anders, und es lohnt sich, die Details zu verstehen.
In diesem Artikel erkläre ich dir das Schweizer Steuersystem verständlich und zeige dir konkret, was von deinem Gehalt übrig bleibt. So kannst du realistisch planen und weißt genau, worauf du dich einlässt. Wenn du grundsätzlich über einen Wechsel nachdenkst, findest du hier alle Infos zum Arbeiten in der Schweiz.
Das erste, was du verstehen musst: Es gibt nicht „die“ Schweizer Steuer. Drei Ebenen erheben Steuern – der Bund, die Kantone und die Gemeinden. Jede Ebene hat eigene Steuersätze, die zusammen deine Gesamtbelastung ergeben.
Die Bundessteuer ist überall gleich und relativ niedrig. Die Kantonssteuer variiert stark – zwischen den günstigsten und teuersten Kantonen liegen Welten. Wo du wohnst, hat erheblichen Einfluss auf deine Steuerlast.
Als ausländische Arbeitskraft ohne Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) zahlst du Quellensteuer. Das ist eine besondere Steuerform, die direkt vom Arbeitgeber einbehalten und an das Steueramt abgeführt wird.
Die Quellensteuer hat Vorteile: Du musst keine Steuererklärung machen, und die Steuer ist bereits im Nettolohn berücksichtigt. Der Arbeitgeber kümmert sich um alles. Du erhältst dein Gehalt, und die Steuern sind schon abgezogen.
Die Höhe der Quellensteuer hängt von mehreren Faktoren ab:
Bei einem typischen Pflegegehalt von 6.000 bis 7.000 CHF liegt die Quellensteuer je nach Kanton bei etwa 8 bis 15 Prozent. Mit dem Brutto-Netto-Rechner kannst du deine individuelle Belastung berechnen.
Neben den Steuern werden vom Bruttolohn auch Sozialabgaben abgezogen. Diese sind in der ganzen Schweiz weitgehend einheitlich und finanzieren das Sozialversicherungssystem.
Die wichtigsten Abzüge sind:
Der größte variable Posten ist die Pensionskasse. Je älter du bist, desto mehr zahlst du ein – aber desto mehr spart auch der Arbeitgeber für deine Rente. Mit 25 Jahren liegt der Beitrag bei etwa 3,5 Prozent, mit 55 Jahren bei etwa 9 Prozent.
Insgesamt liegen die Sozialabgaben bei etwa 11 bis 16 Prozent des Bruttolohns. Das ist vergleichbar mit Deutschland, aber anders strukturiert.
Damit du dir ein realistisches Bild machen kannst, hier zwei konkrete Beispiele für unterschiedliche Gehälter und Kantone.
Beispiel 1: Pflegefachkraft in Zürich Bruttogehalt: 6.500 CHF monatlich, ledig, keine Kinder
Die Abzüge: Sozialversicherungen etwa 490 CHF, Pensionskasse rund 380 CHF, Quellensteuer etwa 720 CHF. Das ergibt einen Nettolohn von ungefähr 4.910 CHF. Nach Abzug der Krankenversicherung (ca. 420 CHF) bleiben dir effektiv rund 4.490 CHF.
Beispiel 2: Pflegefachkraft in Luzern Bruttogehalt: 6.200 CHF monatlich, verheiratet, Alleinverdiener, ein Kind
Die Abzüge: Sozialversicherungen etwa 465 CHF, Pensionskasse rund 360 CHF, Quellensteuer nur etwa 310 CHF (günstiger Tarif für Familien). Der Nettolohn beträgt ungefähr 5.065 CHF. Nach Krankenversicherung (ca. 380 CHF) bleiben rund 4.685 CHF.
Du siehst: Der Familienstand und der Kanton machen einen großen Unterschied. Die Quellensteuer im zweiten Beispiel ist weniger als halb so hoch wie im ersten.
Die Steuerlast variiert je nach Kanton erheblich. Hier ein Überblick über günstige und teure Kantone:
Aber Vorsicht: Steuern sind nicht alles. In steuergünstigen Kantonen wie Zug sind die Mieten oft astronomisch hoch. Der vermeintliche Steuervorteil wird durch höhere Wohnkosten wieder aufgefressen. Rechne immer das Gesamtpaket – Steuern plus Lebenshaltungskosten.
Der Durchschnittslohn in der Pflege variiert ebenfalls je nach Region. In teuren Kantonen sind die Gehälter oft höher, was die höheren Steuern teilweise ausgleicht.
Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland: Die Krankenversicherung ist kein Lohnabzug. Du schließt sie privat ab und zahlst je nach Kanton 300 bis 450 CHF monatlich. Die Grundversicherung ist obligatorisch, Zusatzversicherungen optional. Tipp: Die Prämien unterscheiden sich je nach Versicherung erheblich – ein Vergleich lohnt sich.
Jetzt die entscheidende Frage: Lohnt sich der Wechsel finanziell? Hier ein direkter Vergleich für eine Pflegefachkraft.
In Deutschland verdienst du als Pflegefachkraft etwa 3.500 Euro brutto. Nach Steuern und Sozialabgaben bleiben dir rund 2.300 Euro netto. Davon geht noch die Krankenversicherung ab (bereits im Netto enthalten), sodass du etwa 2.300 Euro zur Verfügung hast.
In der Schweiz verdienst du für die gleiche Arbeit etwa 6.500 CHF brutto. Nach Quellensteuer und Sozialabgaben bleiben dir rund 4.900 CHF netto. Nach Abzug der Krankenversicherung (400 CHF) hast du etwa 4.500 CHF zur Verfügung – umgerechnet rund 4.700 Euro.
Das ist mehr als doppelt so viel. Selbst wenn die Lebenshaltungskosten 30 bis 40 Prozent höher sind, bleibt unterm Strich deutlich mehr übrig. Die meisten Pflegekräfte können in der Schweiz 1.000 bis 2.000 CHF monatlich sparen – in Deutschland undenkbar.
Mit Quellensteuer musst du normalerweise keine Steuererklärung einreichen. Es gibt aber Ausnahmen:
Wenn du mehr als 120.000 CHF im Jahr verdienst, bist du zur Steuererklärung verpflichtet. Dann wirst du nachträglich ordentlich veranlagt, und die Quellensteuer wird angerechnet. Auch wenn du Einkünfte aus anderen Quellen hast (z.B. Vermietung, Kapitalerträge), musst du eine Erklärung machen.
Freiwillig kannst du eine Steuererklärung einreichen, wenn du glaubst, dass du zu viel Quellensteuer gezahlt hast. Das kann sich lohnen, wenn du hohe Abzüge geltend machen kannst – etwa für Weiterbildungen, Berufsauslagen oder Schuldzinsen.
Nach fünf Jahren mit B-Bewilligung erhältst du die C-Bewilligung (Niederlassung). Ab dann bist du regulär steuerpflichtig und reichst jährlich eine Steuererklärung ein. Die Quellensteuer entfällt dann.
Auch wenn das Schweizer System weniger Gestaltungsspielraum bietet als das deutsche, gibt es Optimierungsmöglichkeiten:
Die Säule 3a ist ein steuerlich begünstigtes Sparkonto für die Altersvorsorge. Das lohnt sich besonders bei höheren Einkommen und ist eine sinnvolle Möglichkeit, Steuern zu sparen und gleichzeitig fürs Alter vorzusorgen.
Das Schweizer Steuersystem ist anders als das deutsche, aber nicht komplizierter. Als ausländische Arbeitskraft profitierst du sogar von der unkomplizierten Quellensteuer – der Arbeitgeber kümmert sich um alles.
Die Gesamtbelastung durch Steuern und Sozialabgaben liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent. Das ist vergleichbar mit Deutschland. Aber bei deutlich höheren Bruttogehältern bleibt absolut gesehen viel mehr übrig. Die meisten Pflegekräfte haben in der Schweiz fast doppelt so viel zur Verfügung wie in Deutschland.
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Hey, ich bin Tara! Hier findes du regelmäßig Infos zu deinem Job in der Schweiz! 🙂🇨🇭
Mit Quellensteuer normalerweise nicht. Ausnahmen: Jahreseinkommen über 120.000 CHF oder zusätzliche Einkünfte. Freiwillig ist es möglich, wenn du Abzüge geltend machen willst.
Die Gesamtbelastung durch Steuern und Sozialabgaben liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent, je nach Kanton, Einkommen und Familienstand.
Zug, Schwyz und Nidwalden sind besonders steuergünstig. Aber Achtung: Die Mieten dort sind oft sehr hoch.
Nein, in der Schweiz schließt du die Krankenversicherung privat ab und zahlst sie selbst. Die Prämien liegen bei 300 bis 450 CHF monatlich.
Ja, definitiv. Bei fast doppelt so hohen Gehältern bleibt trotz Steuern und höherer Lebenshaltungskosten deutlich mehr übrig als in Deutschland.
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