Fernstudium Pflege Schweiz: Karriere machen neben dem Job

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Du willst dich weiterbilden, aber Vollzeit studieren ist keine Option? Ein Fernstudium könnte die Lösung sein. In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, Pflege berufsbegleitend zu studieren – flexibel, von zuhause aus und im eigenen Tempo. So kannst du Karriere machen, ohne deinen Job aufzugeben.

In diesem Artikel erfährst du, welche Fernstudiengänge es gibt, wie sie funktionieren und ob sich das für dich lohnt. Wenn du grundsätzlich über einen Wechsel nachdenkst, findest du hier alle Infos zum Arbeiten in der Schweiz.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Reine Fernstudiengänge in Pflege sind in der Schweiz selten
  • Berufsbegleitende Studiengänge mit hohem Online-Anteil sind die Alternative
  • Deutsche Fernhochschulen bieten Pflegestudiengänge, die in der Schweiz anerkannt werden
  • Ein Fernstudium dauert länger und erfordert viel Selbstdisziplin
  • Die Kosten variieren stark je nach Anbieter und Studiengang

Die Situation in der Schweiz

Klassische Fernstudiengänge, bei denen du ausschließlich von zuhause lernst, sind in der Schweizer Pflege selten. Das hat einen Grund: Die Pflegeausbildung erfordert Praxisanteile, die sich nicht komplett digitalisieren lassen.

Was es gibt, sind berufsbegleitende Studiengänge mit hohem Fernstudienanteil. Du arbeitest weiterhin in deinem Job, lernst viel online und besuchst nur für bestimmte Module die Hochschule. Die Präsenzzeiten sind auf Blockwochen oder einzelne Tage reduziert.

Für bereits ausgebildete Pflegefachpersonen, die einen akademischen Abschluss nachholen wollen, ist das eine gute Option. Du kombinierst Berufserfahrung mit wissenschaftlicher Qualifikation – ohne komplett aus dem Job auszusteigen.

Welche Studiengänge gibt es?

Die Möglichkeiten für berufsbegleitendes Studieren in der Pflege sind vielfältig.

Die wichtigsten Studienoptionen im Ăśberblick:

  • Bachelor in Pflege (berufsbegleitend): FĂĽr HF-Diplomierte, 2-3 Jahre Teilzeit
  • Master in Nursing: FĂĽr Bachelor-Absolventen, wissenschaftlich ausgerichtet
  • CAS/DAS/MAS: KĂĽrzere Weiterbildungen mit Hochschulzertifikat
  • Deutsche Fernstudiengänge: Vollständig online, in der Schweiz anerkennbar
  • Spezialisierungen: Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Advanced Practice
 

Der Bachelor in Pflege fĂĽr bereits diplomierte Pflegefachpersonen ist besonders beliebt. Er dauert berufsbegleitend etwa zwei bis drei Jahre und kann neben einer Teilzeitanstellung absolviert werden.

Schweizer Anbieter

Mehrere Schweizer Fachhochschulen bieten berufsbegleitende Pflegestudiengänge an. Die Präsenzanteile sind reduziert, aber nicht null.

Die Berner Fachhochschule, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die Fachhochschule Ostschweiz und weitere Institutionen haben entsprechende Programme. Die genaue Ausgestaltung variiert – manche setzen auf Blockwochen, andere auf wöchentliche Präsenztage.

Typisch ist ein Modell, bei dem du 50 bis 60 Prozent arbeitest und die restliche Zeit studierst. Online-Vorlesungen, Selbststudium und Gruppenarbeiten wechseln sich mit Präsenzveranstaltungen ab.

Die Kosten an Schweizer Fachhochschulen sind moderat – etwa 700 bis 1.000 CHF pro Semester an Studiengebühren. Dazu kommen Lehrmittel und eventuelle Reisekosten für Präsenztermine.

Deutsche Fernhochschulen

Eine echte Fernstudium-Option bieten deutsche Hochschulen. Anbieter wie die IU Internationale Hochschule, die Apollon Hochschule oder die FOM bieten Pflegestudiengänge, die vollständig online absolviert werden können.

Vorteile deutscher Fernstudiengänge:

  • Maximale Flexibilität: Lernen wann und wo du willst
  • Keine Präsenzpflicht: PrĂĽfungen oft online oder an PrĂĽfungszentren
  • Anerkannte AbschlĂĽsse: Bachelor und Master sind EU-weit gĂĽltig
  • Deutschsprachig: Keine Sprachbarriere fĂĽr Deutschschweizer
  • Breites Angebot: Verschiedene Spezialisierungen verfĂĽgbar
 

Die Abschlüsse deutscher Hochschulen werden in der Schweiz grundsätzlich anerkannt. Für die Berufsausübung in der Pflege brauchst du aber weiterhin die Anerkennung deines Diploms durch das Schweizerische Rote Kreuz.

Die Kosten sind höher als an Schweizer staatlichen Hochschulen – rechne mit 10.000 bis 15.000 Euro für einen Bachelor. Dafür hast du maximale Flexibilität.

CAS, DAS und MAS

Neben Bachelor und Master gibt es kĂĽrzere Weiterbildungsformate, die oft berufsbegleitend und teilweise im Fernstudium angeboten werden.

CAS (Certificate of Advanced Studies) sind kurze Zertifikatslehrgänge, typischerweise 10 bis 15 ECTS-Punkte. Sie dauern einige Monate und vertiefen ein spezifisches Thema – etwa Wundmanagement, Palliative Care oder Gerontologie.

DAS (Diploma of Advanced Studies) sind umfangreicher, etwa 30 ECTS-Punkte. Sie kombinieren oft mehrere CAS und fĂĽhren zu einem Diploma.

MAS (Master of Advanced Studies) sind die umfangreichsten Weiterbildungen, mindestens 60 ECTS-Punkte. Sie entsprechen vom Aufwand her etwa einem Jahr Vollzeitstudium, werden aber meist ĂĽber zwei bis drei Jahre berufsbegleitend absolviert.

Diese Formate eignen sich gut fĂĽr gezielte Weiterbildung ohne Vollstudium.

Was du mitbringen musst

Ein Fernstudium ist nicht fĂĽr jeden geeignet. Es erfordert bestimmte Voraussetzungen und Eigenschaften.

Wichtige Voraussetzungen fĂĽr ein erfolgreiches Fernstudium:

  • Selbstdisziplin: Niemand kontrolliert, ob du lernst
  • Zeitmanagement: Job, Studium und Privatleben unter einen Hut bringen
  • Motivation: Durchhalten ĂĽber mehrere Jahre
  • Technische Ausstattung: Computer, stabiles Internet, ruhiger Arbeitsplatz
  • UnterstĂĽtzung: Verständnis von Familie und Arbeitgeber
 

Die Abbrecherquote bei Fernstudiengängen ist höher als bei Präsenzstudiengängen. Das liegt nicht an der Qualität, sondern an der Selbstorganisation, die viele unterschätzen.

Sei ehrlich zu dir selbst: Bist du der Typ, der sich selbst zum Lernen motivieren kann? Oder brauchst du den Druck von Kommilitonen und Dozenten?

Zeitaufwand und Dauer

Wie lange dauert ein Fernstudium, und wie viel Zeit musst du investieren?

Ein berufsbegleitender Bachelor dauert typischerweise drei bis vier Jahre. Ein Master zusätzlich zwei bis drei Jahre. CAS-Programme dauern wenige Monate bis ein Jahr.

Der wöchentliche Zeitaufwand liegt bei etwa 15 bis 25 Stunden neben dem Job. Das klingt machbar, aber es summiert sich. An Wochenenden und Abenden zu lernen statt zu entspannen ist auf Dauer anstrengend.

Die meisten Fernstudierenden reduzieren ihre Arbeitszeit auf 60 bis 80 Prozent. Das gibt Luft zum Atmen und verbessert die Erfolgschancen. Manche Arbeitgeber unterstützen das – frag nach.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten variieren stark je nach Anbieter und Studiengang.

Typische Kosten im Ăśberblick:

  • Schweizer Fachhochschulen: 700-1.000 CHF pro Semester, total 4.000-6.000 CHF
  • Deutsche Fernhochschulen: 10.000-15.000 Euro fĂĽr Bachelor
  • CAS-Programme: 3.000-8.000 CHF je nach Umfang
  • MAS-Programme: 15.000-25.000 CHF
  • Zusatzkosten: Lehrmittel, Reisen, reduziertes Einkommen
 

Finanzierungsmöglichkeiten gibt es verschiedene. Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten, wenn du dich für eine gewisse Zeit an sie bindest. Stipendien sind möglich, aber in der Weiterbildung seltener als im Erststudium. Bildungskredite und Ratenzahlung erleichtern die Finanzierung.

Anerkennung der AbschlĂĽsse

Werden FernstudienabschlĂĽsse in der Schweiz anerkannt? Die kurze Antwort: Ja, wenn die Hochschule akkreditiert ist.

Abschlüsse von deutschen staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen sind EU-weit gültig und werden in der Schweiz grundsätzlich anerkannt. Das gilt auch für Fernhochschulen wie die IU oder Apollon.

Für die Arbeit in der Pflege ist aber zusätzlich die Berufszulassung relevant. Ein akademischer Grad allein reicht nicht – du brauchst auch die Anerkennung als Pflegefachperson durch das SRK, wenn du noch keine Schweizer Berufszulassung hast.

Für Karriereschritte wie Stationsleitung oder Pflegeentwicklung zählt der akademische Abschluss aber durchaus – egal ob Präsenz- oder Fernstudium.

Lohnt sich ein Fernstudium?

Die Frage, ob sich ein Fernstudium lohnt, hängt von deinen Zielen ab.

Finanziell amortisiert sich ein Studium erst nach einigen Jahren. Der Durchschnittslohn steigt mit akademischem Abschluss um etwa 500 bis 1.000 CHF pro Monat. Bei Studienkosten von 15.000 bis 25.000 CHF dauert es drei bis fĂĽnf Jahre, bis du im Plus bist.

Der eigentliche Wert liegt in den Karrieremöglichkeiten. Mit Bachelor oder Master qualifizierst du dich für Positionen, die dir sonst verschlossen blieben: Pflegeentwicklung, Qualitätsmanagement, Lehre, Forschung, Advanced Practice Nursing.

Wenn du langfristig ĂĽber die direkte Patientenpflege hinauswillst, ist ein Studium sinnvoll. Wenn du am Patientenbett glĂĽcklich bist, brauchst du es nicht unbedingt.

Fazit: Flexibilität hat ihren Preis

Ein Fernstudium in der Pflege ist möglich – wenn auch mit Einschränkungen. Reine Online-Studiengänge findest du vor allem bei deutschen Anbietern. Schweizer Hochschulen bieten berufsbegleitende Programme mit reduzierter Präsenz.

Der größte Vorteil: Du kannst weiter arbeiten und verdienen, während du dich qualifizierst. Der größte Nachteil: Es erfordert viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen über mehrere Jahre.

Überlege dir gut, ob ein Fernstudium zu dir passt. Wenn ja, kann es der Schlüssel zu neuen Karrieremöglichkeiten sein – flexibel und in deinem eigenen Tempo.

Fragen zur Weiterbildung in der Schweiz? Bei HeySwiss beraten wir dich gerne. Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch!

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Tara von HeySwiss

Hey, ich bin Tara! Hier findes du regelmäßig Infos zu deinem Job in der Schweiz! 🙂🇨🇭

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Häufige Fragen zum Thema

Gibt es reine Fernstudiengänge in der Schweiz?

Kaum. Die meisten berufsbegleitenden Studiengänge haben reduzierte, aber vorhandene Präsenzanteile. Deutsche Fernhochschulen bieten reine Online-Optionen.

Werden deutsche FernstudienabschlĂĽsse anerkannt?

Ja, AbschlĂĽsse akkreditierter deutscher Hochschulen sind in der Schweiz gĂĽltig.

Wie lange dauert ein berufsbegleitendes Studium?

Ein Bachelor etwa drei bis vier Jahre, ein Master zwei bis drei Jahre zusätzlich.

Wie viel Zeit muss ich pro Woche investieren?

Etwa 15 bis 25 Stunden neben dem Job. Die meisten reduzieren ihre Arbeitszeit auf 60 bis 80 Prozent.

Was kostet ein Fernstudium?

Schweizer Fachhochschulen: 4.000 bis 6.000 CHF. Deutsche Fernhochschulen: 10.000 bis 15.000 Euro.

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