Inhalt Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich in...
Weiterlesen
Du hast ein Jobangebot aus der Schweiz bekommen und fragst dich: Was bleibt eigentlich netto ĂŒbrig? Die Bruttozahlen klingen verlockend, aber wie in jedem Land gehen auch in der Schweiz Steuern und Abgaben vom Gehalt ab. Die gute Nachricht: Das Schweizer System ist gar nicht so kompliziert, wenn man es einmal verstanden hat.
In diesem Artikel erklĂ€re ich dir Schritt fĂŒr Schritt, wie du dein Nettogehalt berechnest. Du erfĂ€hrst, welche AbzĂŒge es gibt, wie hoch sie sind und worauf du achten musst. So kannst du realistisch planen, bevor du den Arbeitsvertrag unterschreibst. Wenn du grundsĂ€tzlich ĂŒber einen Wechsel nachdenkst, findest du hier alle Infos zum Arbeiten in der Schweiz.
Bevor wir rechnen, musst du wissen, welche AbzĂŒge es gibt. In der Schweiz werden verschiedene Posten vom Bruttolohn abgezogen â manche sind fix, andere variieren.
Die wichtigsten AbzĂŒge vom Bruttolohn sind:
Dazu kommt die Krankenversicherung, die du aber separat zahlst â sie wird nicht vom Lohn abgezogen. Mehr zu den Steuern in der Schweiz erfĂ€hrst du in unserem ausfĂŒhrlichen Ratgeber.
Die SozialversicherungsbeitrÀge sind in der ganzen Schweiz weitgehend einheitlich. Sie finanzieren das Rentensystem, die Invalidenversicherung und den Erwerbsersatz.
Die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) ist die erste SĂ€ule des Schweizer Rentensystems. Du zahlst 5,3 Prozent deines Bruttolohns, dein Arbeitgeber zahlt nochmal das Gleiche. Die IV (Invalidenversicherung) und EO (Erwerbsersatzordnung) sind in diesem Beitrag enthalten.
Die ALV (Arbeitslosenversicherung) kostet 1,1 Prozent bis zu einem Lohn von 148.200 CHF jÀhrlich. Auch hier zahlt der Arbeitgeber den gleichen Betrag.
Die Unfallversicherung fĂŒr NichtberufsunfĂ€lle (NBU) liegt bei etwa 1 bis 2 Prozent. Sie deckt UnfĂ€lle in der Freizeit ab â BerufsunfĂ€lle zahlt der Arbeitgeber komplett.
In Summe gehen fĂŒr Sozialversicherungen etwa 7,5 bis 8,5 Prozent von deinem Bruttolohn ab.
Die Pensionskasse (2. SĂ€ule) ist der gröĂte Abzugsposten â und gleichzeitig der variabelste. Die BeitrĂ€ge steigen mit dem Alter, weil Ă€ltere Arbeitnehmer kĂŒrzere Zeit bis zur Rente haben.
Mit 25 bis 34 Jahren zahlst du etwa 3,5 Prozent, mit 35 bis 44 Jahren etwa 5 Prozent, mit 45 bis 54 Jahren etwa 7,5 Prozent und mit 55 bis 65 Jahren etwa 9 Prozent. Diese Staffelung sorgt dafĂŒr, dass alle Arbeitnehmer bis zur Rente ein Ă€hnliches Kapital ansparen.
Der Arbeitgeber zahlt mindestens den gleichen Betrag, oft sogar mehr. Die PensionskassenbeitrĂ€ge sind also keine verlorenen Kosten â sie bauen deine Altersvorsorge auf. Wenn du die Schweiz wieder verlĂ€sst, kannst du das angesparte Guthaben unter bestimmten Bedingungen auszahlen lassen.
Als auslĂ€ndische Arbeitskraft ohne Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) zahlst du Quellensteuer. Diese wird direkt vom Arbeitgeber einbehalten und ans Steueramt abgefĂŒhrt.
Die Höhe der Quellensteuer hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab. Der Kanton ist entscheidend â in Zug oder Schwyz zahlst du deutlich weniger als in Genf oder Basel. Dein Einkommen spielt eine Rolle, denn höhere GehĂ€lter werden stĂ€rker besteuert. Der Familienstand macht einen groĂen Unterschied: Verheiratete mit Alleinverdiener zahlen weniger. Und jedes Kind senkt die Steuerlast zusĂ€tzlich.
Bei einem typischen Pflegegehalt von 6.000 bis 7.000 CHF liegt die Quellensteuer je nach Kanton und Familienstand zwischen 5 und 15 Prozent. In ZĂŒrich zahlst du als Ledige etwa 10 bis 12 Prozent, in Zug nur etwa 5 bis 7 Prozent.
Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland: Die Krankenversicherung wird nicht vom Lohn abgezogen. Du schlieĂt sie privat ab und zahlst die PrĂ€mie selbst. Das musst du bei der Nettorechnung berĂŒcksichtigen.
Die monatlichen PrÀmien variieren stark:
Diese BetrĂ€ge gelten fĂŒr die obligatorische Grundversicherung mit einer Standard-Franchise von 300 CHF. Du kannst die PrĂ€mie senken, indem du eine höhere Franchise wĂ€hlst â dann zahlst du im Krankheitsfall mehr selbst, aber monatlich weniger.
Pensionskassen-Beitrag: 5%
Hinweis zur Berechnung
Diese Berechnung ist eine SchÀtzung. Die tatsÀchlichen Werte können je nach Arbeitgeber, individueller Pensionskasse und persönlicher Situation variieren.
Jetzt wird es konkret. Hier eine beispielhafte Berechnung fĂŒr eine Pflegefachkraft in ZĂŒrich mit 6.500 CHF Bruttogehalt, 35 Jahre alt, ledig, keine Kinder.
Ausgangspunkt: 6.500 CHF brutto
Sozialversicherungen:
Pensionskasse (5% bei 35 Jahren): -325 CHF
Quellensteuer (ca. 11% in ZĂŒrich, ledig): -715 CHF
Summe AbzĂŒge: 1.553,50 CHF
Nettolohn: 4.946,50 CHF
Krankenversicherung (separat): -400 CHF
Effektiv verfĂŒgbar: ca. 4.546 CHF
Das sind etwa 24 Prozent AbzĂŒge vom Brutto â plus Krankenversicherung. Zum Vergleich: In Deutschland hĂ€ttest du bei einem Bruttogehalt von 3.500 Euro etwa 2.300 Euro netto. Der Unterschied ist enorm.
Der Wohnkanton hat groĂen Einfluss auf dein Nettogehalt. Hier dasselbe Beispiel fĂŒr verschiedene Kantone:
ZĂŒrich: Quellensteuer ca. 11% â Netto ca. 4.950 CHF Luzern: Quellensteuer ca. 9% â Netto ca. 5.080 CHF Zug: Quellensteuer ca. 5% â Netto ca. 5.340 CHF Genf: Quellensteuer ca. 14% â Netto ca. 4.755 CHF
Der Unterschied zwischen dem gĂŒnstigsten und teuersten Kanton betrĂ€gt fast 600 CHF monatlich. Allerdings sind in steuergĂŒnstigen Kantonen wie Zug oft die Mieten höher â das solltest du bei der Gesamtrechnung berĂŒcksichtigen.
Dein Familienstand beeinflusst die Quellensteuer erheblich. Verheiratete mit Alleinverdiener zahlen deutlich weniger als Ledige. Jedes Kind bringt zusÀtzliche Steuervorteile.
Beispiel bei 6.500 CHF brutto in ZĂŒrich:
Der Unterschied ist gewaltig. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt in diesem Beispiel fast 600 CHF weniger Steuern pro Monat als eine ledige Person mit demselben Gehalt.
Es gibt verschiedene Online-Tools, die dir bei der Berechnung helfen. Die kantonalen Steuerverwaltungen bieten oft eigene Rechner an, die die lokalen Quellensteuer-Tarife berĂŒcksichtigen.
Wichtig: Achte darauf, dass der Rechner zwischen Quellensteuer (fĂŒr AuslĂ€nder ohne C-Ausweis) und ordentlicher Besteuerung unterscheidet. Als Neuankömmling zahlst du Quellensteuer, was die Berechnung vereinfacht.
Bei HeySwiss helfen wir dir gerne bei der individuellen Berechnung. Wir kennen die Schweizer Gehaltsstrukturen und können dir eine realistische EinschĂ€tzung geben, was bei einem konkreten Jobangebot ĂŒbrig bleibt.
Die entscheidende Frage: Lohnt sich der Wechsel finanziell? Hier ein direkter Vergleich fĂŒr eine Pflegefachkraft.
Deutschland: Brutto: 3.500 EUR | Netto: ca. 2.300 EUR | Effektiv: 2.300 EUR
Schweiz: Brutto: 6.500 CHF | Netto: ca. 4.950 CHF | Nach KV: ca. 4.550 CHF
Umgerechnet hast du in der Schweiz etwa 4.800 EUR zur VerfĂŒgung â mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Selbst wenn die Lebenshaltungskosten 30 bis 40 Prozent höher sind, bleibt deutlich mehr ĂŒbrig. Der Durchschnittslohn in der Pflege liegt in der Schweiz weit ĂŒber dem deutschen Niveau.
Ein Brutto-Netto-Rechner hilft dir, realistische Erwartungen zu haben. Die Schweizer GehĂ€lter sind hoch, aber auch die AbzĂŒge sind nicht zu unterschĂ€tzen. Trotzdem: Nach allen AbzĂŒgen bleibt in der Schweiz deutlich mehr als in Deutschland â bei gleicher Arbeit.
Die wichtigsten Faktoren fĂŒr dein Nettogehalt sind das Bruttogehalt selbst, der Wohnkanton, dein Alter (wegen der Pensionskasse) und dein Familienstand. Mit diesen Informationen kannst du jedes Jobangebot realistisch bewerten.
Bereit fĂŒr den nĂ€chsten Schritt? Bei HeySwiss beraten wir dich gerne zu Jobangeboten und helfen dir, das Gesamtpaket einzuschĂ€tzen. Buche ein kostenloses KennenlerngesprĂ€ch!
Hey, ich bin Tara! Hier findes du regelmĂ€Ăig Infos zu deinem Job in der Schweiz! đđšđ
Typischerweise 15 bis 25 Prozent, je nach Kanton, Alter und Familienstand. Dazu kommt die Krankenversicherung, die du separat zahlst.
Als auslĂ€ndische Arbeitskraft ohne Niederlassungsbewilligung wird die Steuer direkt vom Lohn abgezogen. Das vereinfacht die SteuererklĂ€rung â du musst keine machen.
Nein, in der Schweiz schlieĂt du die Krankenversicherung privat ab. Rechne mit 300 bis 450 CHF monatlich zusĂ€tzlich.
Zug, Schwyz und Nidwalden sind besonders steuergĂŒnstig. Aber Achtung: Die Mieten dort sind oft sehr hoch.
Ja. Bei fast doppelt so hohen NettogehĂ€ltern bleibt auch nach Abzug der Mehrkosten deutlich mehr ĂŒbrig als in Deutschland.
Inhalt Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich in...
WeiterlesenInhalt Der FachkrĂ€ftemangel in der Schweizer Pflege ist enorm â...
WeiterlesenInhalt Die 4-Tage-Woche ist in aller Munde â auch im...
WeiterlesenInhalt Die Onkologiepflege ist einer der anspruchsvollsten und gleichzeitig erfĂŒllendsten...
Weiterlesen