Arbeitsbedingungen in der Pflege Schweiz 2026: Lohn, Arbeitszeit und neues Gesetz

Arbeitsbedingungen Pflege Schweiz: Was dich erwartet

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Wie sind die Arbeitsbedingungen in der Pflege in der Schweiz? Kurz gesagt: deutlich höhere Löhne, meist eine 42-Stunden-Woche, Dienstpläne oft vier Wochen im Voraus und gute Sozialleistungen. Dafür sind die Wochenarbeitszeit länger und die Ferien für Jüngere oft kürzer als in Deutschland. Hier findest du die wichtigsten Punkte mit echten Beispielen aus einem Spital-GAV und den Stand des neuen Bundesgesetzes zur Pflege.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lohn: Diplomierte Pflegefachpersonen verdienen im Median rund 7.400 CHF brutto im Monat, inklusive 13. Monatslohn.
  • Arbeitszeit: Im GAV der Aargauer Kantonsspitäler sind es 42 Stunden pro Woche bei einem Vollpensum. Gesetzlich gilt höchstens 50 Stunden.
  • Dienstplan: Im selben GAV mindestens vier Wochen im Voraus.
  • Ferien: gesetzlich 4 Wochen, mit GAV je nach Alter 22 bis 32 Tage.
  • Neues Gesetz: Der Nationalrat hat im April 2026 das Bundesgesetz über die Arbeitsbedingungen in der Pflege beraten, unter anderem mit einer Normalarbeitszeit von höchstens 42 Stunden. Als Nächstes ist der Ständerat dran.

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Lohn und 13. Monatslohn

Diplomierte Pflegefachpersonen verdienen laut BAG und BFS zum Einstieg rund 6.600 CHF, im Median rund 7.400 CHF und mit 20 und mehr Berufsjahren rund 8.700 CHF brutto im Monat. Ein 13. Monatslohn ist üblich. Zum Vergleich: In Deutschland verdienen Fachkräfte in der Krankenpflege im Schnitt 4.310 € brutto. Alle Zahlen stehen im Beitrag Lohn Pflegefachfrau HF Schweiz.

Arbeitszeit, Dienstplan und Zuschläge: Beispiel GAV Aargau

PunktGAV Aargauer Kantonsspitäler (2025)
Normalarbeitszeit42 Stunden pro Woche (Vollpensum)
Dienstplanmindestens vier Wochen im Voraus
Nachtarbeit 23 bis 6 Uhrmindestens 20 % Zeitzuschlag
Pikett50 % Zeitzuschlag auf die tatsächlich geleistete Zeit, dazu eine Pikettentschädigung
Lohnfortzahlung bei Krankheit3 Monate Lohn, insgesamt bis 730 Tage mit mindestens 80 %
Mutterschaftsurlaub16 Wochen bezahlt

Andere Spitäler, Heime und die Spitex haben eigene Regeln, oft in ähnlicher Grössenordnung. Gesetzlich gelten die Regeln des Arbeitsgesetzes: höchstens 50 Stunden pro Woche, Ruhezeiten, Pausen und Zuschläge. Mehr dazu in den Beiträgen Arbeitsgesetz in der Pflege und Zulagen in der Pflege.

Ferien

Gesetzlich hast du 4 Wochen Ferien, bis zum vollendeten 20. Altersjahr 5 Wochen. Spitäler mit GAV geben meist mehr, je nach Alter 22 bis 32 Tage. Junge Pflegekräfte haben in der Schweiz damit oft etwas weniger Ferien als mit einem deutschen Tarifvertrag. Details im Beitrag Ferienanspruch Schweiz.

Das neue Bundesgesetz zur Pflege

Mit der zweiten Etappe der Pflegeinitiative will der Bund die Arbeitsbedingungen gesetzlich regeln. Der Nationalrat hat am 28. April 2026 als erster Rat entschieden:

  • Höchstarbeitszeit bleibt bei 50 Stunden pro Woche, der Bundesrat hatte 45 vorgeschlagen.
  • Normalarbeitszeit höchstens 42 Stunden pro Woche.
  • Entschädigung von mindestens 25 % für Einsätze, die weniger als vier Wochen vorher angekündigt werden.
  • Bei regelmässiger Sonn- und Feiertagsarbeit mindestens 25 % Lohnzuschlag zusätzlich zur Ersatzruhe.
  • Die Kantone sollen Vorgaben zum Personalbestand machen.

Das Gesetz ist noch nicht in Kraft. Als Nächstes berät der Ständerat. Bis dahin gelten Arbeitsgesetz, Vertrag und GAV.

Tipp

Vergleiche Angebote nicht nur nach Lohn: Wochenstunden, Ferientage, Dienstplan-Vorlauf und Zuschläge machen über das Jahr viel aus. Wir kennen die Bedingungen der Arbeitgeber und helfen dir beim Vergleich. Mehr auf Pflegejobs in der Schweiz.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden arbeitet man in der Pflege in der Schweiz?

Meist 42 Stunden pro Woche bei einem Vollpensum, zum Beispiel im GAV der Aargauer Kantonsspitäler. Gesetzlich sind höchstens 50 Stunden erlaubt.

Wie früh steht der Dienstplan in Schweizer Spitälern fest?

Gesetzlich in der Regel zwei Wochen vorher. Viele GAV verlangen mehr, im GAV der Aargauer Kantonsspitäler mindestens vier Wochen.

Sind die Arbeitsbedingungen in der Schweiz besser als in Deutschland?

Der Lohn ist deutlich höher und Dienstpläne sind oft früher bekannt. Dafür ist die Wochenarbeitszeit meist länger und jüngere Pflegekräfte haben oft weniger Ferien.

Was regelt das neue Pflegegesetz?

Laut Beschluss des Nationalrats vom April 2026 unter anderem eine Normalarbeitszeit von höchstens 42 Stunden und Zuschläge für kurzfristige Einsätze. Der Ständerat muss noch entscheiden.

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Quellen: BAG/BFS: Löhne diplomierter Pflegefachpersonen, GAV Aargauer Kantonsspitäler 2025, Parlament: Nationalrat zur Pflegeinitiative (28.04.2026), Kanton Basel-Stadt: Ferien, Destatis via Ärzteblatt. Stand: Oktober 2026.

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