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Die 4-Tage-Woche ist in aller Munde – auch im Gesundheitswesen. Immer mehr Pflegekräfte wünschen sich mehr Zeit für sich, Familie und Erholung. Aber ist das in der Schweizer Pflege realistisch? Können Spitäler und Pflegeheime dieses Modell überhaupt anbieten? Die kurze Antwort: Ja, es ist möglich – aber es kommt auf die Details an.
In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Möglichkeiten es gibt, welche Arbeitgeber flexible Modelle anbieten und was du bei der Jobsuche beachten solltest. Wenn du grundsätzlich über einen Wechsel nachdenkst, findest du hier alle Infos zum Arbeiten in der Schweiz.
Bevor wir ins Detail gehen, müssen wir klären, was mit „4-Tage-Woche“ gemeint ist. Der Begriff wird unterschiedlich verwendet.
Modell 1: Reduzierte Arbeitszeit bei vollem Lohn Das ist die „echte“ 4-Tage-Woche, wie sie in Pilotprojekten getestet wird. Du arbeitest nur vier Tage, bekommst aber das volle Gehalt. In der Schweizer Pflege ist dieses Modell noch sehr selten – einzelne Pilotprojekte gibt es, aber flächendeckend ist es nicht verfügbar.
Modell 2: Komprimierte Arbeitszeit Du arbeitest die gleiche Stundenzahl wie vorher, verteilt auf vier statt fünf Tage. Bei 42 Wochenarbeitsstunden wären das 10,5 Stunden pro Tag. In der Pflege mit Schichtdiensten ist das durchaus machbar.
Modell 3: Teilzeit mit 80% Pensum Das klassische Modell: Du reduzierst deine Arbeitszeit auf 80% und arbeitest vier Tage pro Woche. Das Gehalt sinkt entsprechend, aber du hast einen zusätzlichen freien Tag. Dieses Modell ist in der Schweizer Pflege weit verbreitet.
In der Schweiz ist Teilzeitarbeit in der Pflege sehr üblich. Viele Stellenangebote sind explizit für 60%, 80% oder 90% Pensum ausgeschrieben. Das gibt dir Flexibilität bei der Gestaltung deiner Arbeitswoche.
Die Vorteile von Teilzeit in der Pflege:
Bei einem Durchschnittslohn in der Pflege von etwa 6.500 CHF für Vollzeit bedeuten 80% immer noch rund 5.200 CHF brutto. Das ist mehr als viele Vollzeit-Pflegekräfte in Deutschland verdienen.
Der Haken: Dein Gehalt sinkt proportional zur Arbeitszeit. Du musst abwägen, ob dir der zusätzliche freie Tag das niedrigere Einkommen wert ist. Für viele ist die Antwort ein klares Ja.
Eine andere Variante: Du arbeitest die volle Stundenzahl, aber auf weniger Tage verteilt. In der Pflege ist das durch die Schichtarbeit oft leichter umsetzbar als in anderen Berufen.
In Spitälern sind 12-Stunden-Schichten keine Seltenheit, besonders auf Intensivstationen oder in der Notaufnahme. Bei drei bis vier solchen Schichten pro Woche kommst du auf deine Stunden und hast trotzdem mehrere freie Tage am Stück.
Das Arbeitsgesetz in der Schweiz begrenzt die tägliche Arbeitszeit, erlaubt aber in bestimmten Branchen längere Schichten. Die Ruhezeit nach dem Nachtdienst ist klar geregelt und muss eingehalten werden.
Komprimierte Modelle sind nicht für jeden geeignet. Lange Schichten sind anstrengend, und die Konzentration lässt nach vielen Stunden nach. In der Pflege, wo Fehler schwerwiegende Folgen haben können, ist das ein ernstes Thema.
Einige Schweizer Gesundheitseinrichtungen experimentieren mit neuen Arbeitszeitmodellen. Der Fachkräftemangel zwingt Arbeitgeber, attraktiver zu werden – und flexible Arbeitszeiten sind ein wichtiges Argument.
Beispiele für innovative Ansätze:
Die „echte“ 4-Tage-Woche bei vollem Lohn wird vereinzelt getestet, ist aber noch kein Standard. Wenn dir dieses Modell wichtig ist, lohnt sich gezieltes Recherchieren nach progressiven Arbeitgebern.
Interessanterweise bietet die klassische Schichtarbeit in der Pflege oft mehr freie Tage als ein 9-to-5-Job. Das klingt paradox, ist aber Realität.
Wenn du in Früh-, Spät- und Nachtdiensten arbeitest, hast du zwischen den Schichten oft ganze Tage frei. Nach einem Nachtdienstblock folgen Ausgleichstage. An Feiertagen gearbeitet? Du bekommst Ersatzruhetage. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind hier klar geregelt.
Natürlich ist Schichtarbeit nicht dasselbe wie eine regelmäßige 4-Tage-Woche mit festem freien Tag. Die freien Tage sind unregelmäßig verteilt, und du arbeitest oft an Wochenenden. Aber die Gesamtzahl der freien Tage ist oft höher als in klassischen Berufen.
Wenn dir reduzierte oder flexible Arbeitszeiten wichtig sind, solltest du das bei der Jobsuche berücksichtigen.
So findest du flexible Arbeitgeber:
Manche Einrichtungen sind flexibler als andere. Private Kliniken experimentieren oft mehr als öffentliche Spitäler. Kleinere Teams können individuellere Lösungen finden als große Häuser mit starren Strukturen.
Egal welches Modell du wählst – die finanziellen Auswirkungen solltest du durchrechnen.
Bei 80% Teilzeit verdienst du 80% des Vollzeitgehalts. Das klingt nach einem großen Verlust, aber rechne nach: Weniger Arbeitszeit bedeutet oft auch weniger Ausgaben für Pendeln, Auswärtsessen oder Kinderbetreuung. Und dank der hohen Schweizer Löhne bleibt auch bei 80% ein gutes Gehalt.
Mit dem Brutto-Netto-Rechner kannst du verschiedene Szenarien durchspielen. Was bleibt bei Vollzeit übrig? Was bei 80%? Die Steuern in der Schweiz sind progressiv – bei weniger Einkommen sinkt auch der Steuersatz leicht.
Bedenke auch die langfristigen Folgen: Weniger Arbeit bedeutet weniger Einzahlungen in die Pensionskasse. Das wirkt sich auf deine Altersvorsorge aus. Für eine kurze Phase ist das kein Problem, langfristig solltest du es im Blick haben.
Du möchtest bei deinem aktuellen Arbeitgeber eine Arbeitszeitreduktion ansprechen? Hier einige Tipps für das Gespräch:
Je durchdachter dein Vorschlag, desto höher die Chance auf Zustimmung. Sei kompromissbereit – vielleicht ist kein fixer freier Tag möglich, aber eine andere flexible Lösung. Offenheit für verschiedene Modelle zeigt, dass du konstruktiv denkst.
Die 4-Tage-Woche in der Pflege ist in der Schweiz möglich – aber meistens als Teilzeitmodell mit entsprechend reduziertem Gehalt. Die „echte“ 4-Tage-Woche bei vollem Lohn ist noch die Ausnahme, auch wenn Pilotprojekte existieren.
Die gute Nachricht: Die Schweizer Pflege ist grundsätzlich offen für flexible Arbeitszeitmodelle. Teilzeit ist weit verbreitet, und die hohen Löhne machen auch reduzierte Pensen finanziell attraktiv. Wer gezielt sucht, findet Arbeitgeber mit innovativen Ansätzen.
Letztlich musst du für dich entscheiden, was dir wichtig ist: Maximales Gehalt oder maximale Freizeit? Die Schweiz bietet beides – du musst nur wählen.
Interesse an flexiblen Jobmöglichkeiten in der Schweiz? Bei HeySwiss kennen wir Arbeitgeber mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen. Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch!
Hey, ich bin Tara! Hier findes du regelmäßig Infos zu deinem Job in der Schweiz! 🙂🇨🇭
Vereinzelt in Pilotprojekten, aber nicht flächendeckend. Die meisten „4-Tage-Wochen“ sind Teilzeitmodelle mit 80% Pensum.
Sehr verbreitet. Viele Stellen sind für 60-90% Pensum ausgeschrieben. Teilzeit ist gesellschaftlich akzeptiert und organisatorisch machbar.
Ja, unbedingt. Das zeigt, dass du deine Bedürfnisse kennst. Seriöse Arbeitgeber schätzen diese Offenheit.
Weniger Arbeit bedeutet weniger Pensionskassen-Beiträge. Langfristig kann das deine Rente beeinflussen. Kurzfristig ist es meist kein Problem.
Oft ja. Bei einem Schweizer Durchschnittsgehalt von 6.500 CHF bedeuten 80% etwa 5.200 CHF – mehr als viele Vollzeit-Gehälter in Deutschland.
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