Die Pflegefachassistenz ist das Berufsfeld der Stunde: Mit der Reform der Pflegeausbildung 2020 hat Deutschland eine neue Qualifikationsstufe geschaffen, die zwischen der ungelernten Hilfskraft und der dreijährig examinierten Pflegefachkraft liegt. Die Ausbildung dauert je nach Bundesland 1 bis 2 Jahre, ist generalistisch angelegt und eröffnet dir Zugang zu einem breiten Stellenmarkt. Aber wie viel verdienst du als Pflegefachassistentin wirklich? Wie sieht die Ausbildung aus? Und warum könnte die Schweiz langfristig der noch bessere Weg sein? In diesem Ratgeber bekommst du alle Antworten.
Einen allgemeinen GehaltsĂĽberblick in der Schweiz findest du unter Durchschnittslohn Pflege Schweiz.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die Pflegefachassistenz ist ein staatlich anerkannter Abschluss nach 1- bis 2-jähriger Ausbildung (je nach Bundesland).
- Das Gehalt 2026 liegt bei 29.000 bis 35.000 EUR brutto – netto ca. 1.700 bis 2.050 EUR/Monat.
- Pflegefachassistentinnen sind extrem gefragt – der Fachkräftemangel trifft auch diese Stufe massiv.
- In der Schweiz verdient das Äquivalent (FaGe) 56.000 bis 67.000 CHF – fast das Doppelte.
- Die Ausbildung ist ein Sprungbrett: zur 3-jährigen Pflegefachkraft in DE oder zur diplomierten Pflegefachperson in der Schweiz.
Pflegefachassistenz: Die Ausbildung im Ăśberblick
| Aspekt |
Details |
| Dauer |
1 Jahr (z. B. NRW, Niedersachsen) oder 1,5–2 Jahre (z. B. Bayern, Sachsen) |
| Zugangsvoraussetzung |
Hauptschulabschluss (oder gleichwertig) |
| Inhalt |
Generalistisch: Altenpflege, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege (seit Reform 2020) |
| Praxisanteil |
Mindestens 50 % (Pflegeheime, Spitäler, ambulante Pflege) |
| Abschluss |
Staatlich anerkannter Abschluss «Pflegefachassistent/in» |
| AusbildungsvergĂĽtung |
900 – 1.200 EUR/Monat (je nach Bundesland und Träger) |
| Anschlussfähigkeit |
Verkürzte 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachfrau/-mann möglich (Anrechnung 1 Jahr) |
Die generalistische Ausrichtung seit 2020 ist ein grosser Fortschritt: Du lernst nicht mehr nur Altenpflege oder nur Krankenpflege, sondern bekommst eine breite Basis. Das macht dich flexibler auf dem Arbeitsmarkt – und erleichtert auch eine spätere Anerkennung im Ausland, zum Beispiel in der Schweiz.
💡 Ländersache: Die Ausbildung variiert stark
Da Bildung in Deutschland Ländersache ist, gibt es kein einheitliches Modell für die Pflegefachassistenz. NRW hat eine 1-jährige Ausbildung, Bayern und Sachsen 1,5 bis 2 Jahre. Die Inhalte sind ähnlich, aber Umfang und Bezeichnung variieren. Das Ziel ist überall gleich: eine Fachkraft, die eigenständig delegierte Pflegeaufgaben übernimmt – mehr als eine Hilfskraft, aber unter Anleitung einer Pflegefachperson.
Pflegefachassistenz Gehalt 2026: Die Tabelle
| Arbeitgeber / Tarif |
Brutto/Monat (EUR) |
Brutto/Jahr (EUR) |
Netto/Monat ca. (EUR) |
| TVöD-P (P6, Stufe 1) |
2.700 |
32.400 |
ca. 1.780 |
| TVöD-P (P6, Stufe 3) |
2.930 |
35.160 |
ca. 1.920 |
| AVR Caritas (P6/P7) |
2.680 – 2.900 |
32.160 – 34.800 |
ca. 1.770 – 1.910 |
| Pflege-Mindestlohn (17,35 EUR/h) |
2.776 |
33.312 |
ca. 1.820 |
| Privater Träger (ohne Tarif) |
2.400 – 2.700 |
28.800 – 32.400 |
ca. 1.620 – 1.780 |
Der Pflege-Mindestlohn für Pflegefachassistentinnen liegt 2026 bei 17,35 EUR/h – das entspricht ca. 2.776 EUR brutto bei Vollzeit. Der TVöD gruppiert dich in P6 ein (manchmal P7 mit Zusatzqualifikation). Die Spreizung zwischen TVöD und privatem Träger beträgt bis zu 300 EUR brutto pro Monat. Mehr zur AVR Caritas 2026.
Das Schweizer Äquivalent: Fachfrau Gesundheit (FaGe)
Die FaGe ist das Schweizer Pendant zur Pflegefachassistenz. Die Ausbildung dauert 3 Jahre (als Lehre mit EFZ) – ist also umfangreicher als die deutsche 1- bis 2-jährige Ausbildung. Entsprechend höher ist auch das Gehalt:
| Kriterium |
Pflegefachassistenz (DE) |
FaGe (CH) |
| Ausbildungsdauer |
1–2 Jahre |
3 Jahre (EFZ) oder 2 Jahre verkĂĽrzt (mit Vorerfahrung) |
| Brutto/Jahr |
29.000 – 35.000 EUR |
56.000 – 67.000 CHF |
| Netto/Monat |
1.700 – 2.050 EUR |
3.400 – 4.000 CHF |
| 13. Monatsgehalt |
Selten |
Standard |
| Aufstieg zur Fachkraft |
+2 Jahre (verkürzte 3-jährige Ausbildung) |
+2–3 Jahre (Diplom HF) |
| Zum Sparen nach Kosten |
400 – 700 EUR/Monat |
1.000 – 1.500 CHF/Monat |
Der Gehaltsunterschied beträgt fast den Faktor 2. Und der Karriereweg in der Schweiz ist klar strukturiert: FaGe → Diplom HF (78.000–95.000 CHF) → Spezialisierung (bis 125.000 CHF). Wie viel netto bleibt: Brutto-Netto-Rechner.
đź’° Netto-Vergleich: Pflegefachassistentin NRW vs. FaGe Bern
NRW (TVöD P6): 2.930 EUR brutto → ca. 1.920 EUR netto → Miete 700 EUR → Lebenshaltung 600 EUR → 620 EUR zum Sparen. Bern (FaGe): 4.800 CHF brutto → ca. 3.600 CHF netto → KV 350 CHF → Miete 1.200 CHF → Lebenshaltung 700 CHF → 1.350 CHF zum Sparen. Differenz: 730 CHF mehr pro Monat. Über 10 Jahre: ca. 88.000 CHF. Und das ist nur als FaGe – mit dem Diplom HF explodiert der Unterschied auf über 200.000 CHF. Details unter Was verdient eine Pflegefachkraft.
Warum Pflegefachassistentinnen so gefragt sind
| Faktor |
Warum du gefragt bist |
| Fachkräftemangel |
Deutschland hat ca. 200.000 unbesetzte Pflegestellen – auf allen Qualifikationsstufen |
| Delegation |
Seit 2020 können immer mehr Aufgaben an Pflegefachassistentinnen delegiert werden – du entlastest die Fachkräfte |
| Kosteneffizienz |
Arbeitgeber können mit Pflegefachassistentinnen den Personalschlüssel erfüllen – zu niedrigeren Kosten als mit Fachkräften |
| Generalistische Ausbildung |
Du kannst in Altenpflege, Krankenhaus und Ambulanz eingesetzt werden – maximale Flexibilität |
| Karriere-Sprungbrett |
Viele Arbeitgeber bilden Pflegefachassistentinnen gezielt weiter zur Pflegefachkraft |
Diese Nachfrage gibt dir Verhandlungsposition – sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Der Fachkräftemangel in der Schweiz ist noch stärker als in Deutschland, und FaGe-Kräfte werden dringend gesucht.
Der Weg in die Schweiz als Pflegefachassistentin
1
Qualifikation einordnen
Die deutsche Pflegefachassistenz (1–2 Jahre) wird in der Schweiz nicht direkt als FaGe anerkannt, weil die FaGe 3 Jahre dauert. Du steigst typischerweise als Pflegehelferin SRK ein (48.000–56.000 CHF) und kannst die FaGe in 2 Jahren verkürzt nachmachen. Alternativ: Mit 2-jähriger Ausbildung + Berufserfahrung wird eine individuelle Einstufung möglich – bei HeySwiss klären wir das für dich.
2
Precheck und Jobsuche
Wir prüfen deine Qualifikationen kostenlos und zeigen dir, auf welchem Level du einsteigen kannst. Parallel beginnt die Jobsuche – viele Arbeitgeber in der Langzeitpflege und Spitex suchen genau dein Profil.
3
Einstieg und Weiterqualifikation
Du steigst als Pflegehelferin SRK oder auf Assistenz-Level ein und startest die FaGe-Ausbildung berufsbegleitend. Viele Arbeitgeber finanzieren die Ausbildung und garantieren dir nach Abschluss eine Festanstellung als FaGe. Der Gehaltssprung: +8.000 bis 12.000 CHF/Jahr. Mehr zur Pflegeausbildung in der Schweiz.
4
Langfristig: Diplom HF und Spezialisierung
Von der FaGe führt der direkte Weg zum Diplom HF (78.000–95.000 CHF) und von dort zur Spezialisierung (IPS, OP, Anästhesie: bis 125.000 CHF) oder Führung (Stationsleitung: 98.000–125.000 CHF). In 5 bis 7 Jahren verdreifachst du dein aktuelles deutsches Gehalt.
🎯 HeySwiss-Tipp: Deine 2-jährige Ausbildung ist ein Vorsprung
Wenn du die 2-jährige Pflegefachassistenz-Ausbildung hast (z. B. Bayern), bist du näher an der FaGe als die meisten Quereinsteigerinnen. Deine Kenntnisse in Grundpflege, Medikamentenlehre und Dokumentation sind direkt übertragbar. Bei HeySwiss kennen wir Arbeitgeber, die Pflegefachassistentinnen gezielt rekrutieren und in die FaGe-Ausbildung investieren. Schau dir unsere offenen Stellen an.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was verdient eine Pflegefachassistentin 2026?
In Deutschland 29.000 bis 35.000 EUR brutto/Jahr – netto 1.700 bis 2.050 EUR/Monat. TVöD (P6) zahlt am oberen Rand, private Träger am unteren. In der Schweiz verdient das Äquivalent (FaGe) 56.000 bis 67.000 CHF – fast das Doppelte.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegefachassistenz und Pflegehilfe?
Die Pflegefachassistenz (1–2 Jahre) ist eine staatlich anerkannte Ausbildung mit breiterem Kompetenzprofil – du darfst eigenständig delegierte Pflegeaufgaben übernehmen. Die Pflegehilfe (1 Jahr oder ungelernt) hat ein engeres Aufgabenspektrum und verdient ca. 3.000 bis 5.000 EUR weniger pro Jahr. Die Pflegefachassistenz ist das Sprungbrett zur Fachkraft.
Wird die deutsche Pflegefachassistenz in der Schweiz anerkannt?
Nicht direkt als FaGe (die dauert 3 Jahre). Du steigst als Pflegehelferin SRK ein und kannst die FaGe in 2 Jahren verkürzt nachholen. Mit der 2-jährigen Ausbildung und Berufserfahrung ist eine individuelle Einstufung über dem SRK-Level möglich – das klären wir bei HeySwiss.
Lohnt sich die Pflegefachassistenz-Ausbildung?
Ja – als Karrieresprungbrett absolut. Du verdienst sofort 3.000 bis 5.000 EUR mehr pro Jahr als ungelernt, und die Ausbildung verkürzt die 3-jährige Fachkraft-Ausbildung um 1 Jahr. In der Schweiz bringt dich die Qualifikation auf SRK-Level oder höher – mit Einstiegsgehältern ab 48.000 CHF. Mehr unter Pflege Gehalt 2026.
Kann ich als Pflegefachassistentin in die Schweiz wechseln?
Ja – als EU-Bürgerin brauchst du nur einen Arbeitsvertrag. Du steigst auf SRK-Level ein (48.000–56.000 CHF) und kannst dich in der Schweiz zur FaGe und weiter zum Diplom HF qualifizieren. Gesamtprozess: 2 bis 4 Monate. Alle Voraussetzungen findest du bei uns. Auch als Grenzgängerin möglich: Schweiz arbeiten, Deutschland wohnen.
Du bist Pflegefachassistentin und willst wissen, was in der Schweiz für dich drin ist? Bei HeySwiss berechnen wir dein Gehaltspotenzial – kostenlos und unverbindlich. Auch für Pflegefachassistentinnen gibt es in der Schweiz Top-Chancen.
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