Schulsystem Schweiz: Aufbau, Einschulung und Wechsel aus Deutschland 2026

Schulsystem Schweiz: Aufbau und Einschulung

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Ziehst du mit Kindern in die Schweiz, ist die Schule eine der ersten Fragen. Das Schweizer Schulsystem unterscheidet sich deutlich vom deutschen: Kinder starten mit vier Jahren im Kindergarten, die Schulpflicht dauert elf Jahre, und rund zwei Drittel der Jugendlichen machen danach eine Berufslehre. Hier erfährst du, wie das System aufgebaut ist, wann dein Kind eingeschult wird, was die Schule kostet und wie der Wechsel aus Deutschland klappt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schulpflicht dauert elf Jahre: acht Jahre Primarstufe inklusive zwei Jahre Kindergarten, danach drei Jahre Sekundarstufe I (EDK).
  • Kinder starten meist mit vier oder fünf Jahren. Stichtag ist in den meisten Kantonen der 31. Juli.
  • Die öffentliche Schule ist kostenlos. 95 % der Kinder besuchen öffentliche Schulen.
  • Nach der obligatorischen Schule wählen rund zwei Drittel eine berufliche Grundbildung, der Rest geht ans Gymnasium oder an eine Fachmittelschule.
  • Für jedes Kind gibt es mindestens 215 CHF Kinderzulage pro Monat, in Ausbildung mindestens 268 CHF.

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So ist das Schweizer Schulsystem aufgebaut

StufeDauerAlter (ungefähr)Vergleich Deutschland
Kindergarten (Teil der Primarstufe)2 Jahre4 bis 6letzte Kita-Jahre, in der Schweiz aber Schule
Primarschule6 Jahre6 bis 12Grundschule plus erste Jahre der weiterführenden Schule
Sekundarstufe I3 Jahre12 bis 15Klassen 7 bis 9
Sekundarstufe II2 bis 4 Jahreab 15Berufsausbildung oder gymnasiale Oberstufe

Die Kantone sind für die Schule zuständig. Sie legen Lehrpläne und Stundentafeln fest, die Gemeinden organisieren den Schulbetrieb. In der Deutschschweiz gilt der Lehrplan 21, in der Westschweiz der Plan d’études romand und im Tessin der Piano di studio. Dadurch unterscheiden sich Details von Kanton zu Kanton, etwa bei Fremdsprachen oder Blockzeiten.

Wann wird dein Kind eingeschult?

Laut EDK treten Kinder meist mit vier oder fünf Jahren in die Primarstufe ein. Der Stichtag ist in den meisten Kantonen der 31. Juli, das Schuljahr beginnt im Spätsommer. Eltern können einen früheren oder späteren Eintritt beantragen. In einigen Deutschschweizer Kantonen ist der Kindergarten nicht oder nur ein Jahr obligatorisch, die meisten Kinder besuchen ihn trotzdem zwei Jahre. Manche Gemeinden führen eine Grund- oder Basisstufe, in der Kinder von vier bis acht Jahren gemeinsam lernen.

Tipp

Melde dein Kind bei der Schulverwaltung deiner neuen Gemeinde an, sobald du die Wohnung hast. Die Gemeinde teilt dein Kind dem Schulhaus in deinem Quartier zu. Frag dort auch nach Tagesstrukturen wie Mittagstisch und Hort. Das ist für berufstätige Eltern wichtig.

Nach der obligatorischen Schule: Lehre oder Gymnasium

Nach elf Jahren Schule wählen laut SBFI rund zwei Drittel der Jugendlichen eine berufliche Grundbildung. Zur Auswahl stehen rund 250 Berufe. Die Lehre kombiniert Arbeit im Betrieb mit Berufsschule und dauert je nach Beruf zwei bis vier Jahre. Mit der Berufsmaturität ist danach der Weg an eine Fachhochschule offen. Das restliche Drittel besucht ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule.

In der Schweiz hat die Lehre einen hohen Stellenwert und ist kein zweiter Weg. Nach der Lehre stehen Weiterbildungen der höheren Berufsbildung offen, etwa die Berufsprüfung oder die höhere Fachprüfung.

Was kostet die Schule?

  • Öffentlicher Kindergarten und Schule: laut EDK für alle Kinder unentgeltlich. Der Kindergarten gehört zur obligatorischen Schule, kostet also nichts. Kosten hat nur die Kita vor dem Kindergarten. 95 % der Kinder besuchen öffentliche Einrichtungen.
  • Privatschulen: kostenpflichtig, etwa internationale Schulen.
  • Betreuung: Mittagstisch, Hort und Ferienbetreuung kosten meist extra, je nach Gemeinde und Einkommen.
  • Familienzulagen: Laut BSV gibt es pro Kind bis 16 Jahre mindestens 215 CHF Kinderzulage im Monat und während der Ausbildung bis 25 Jahre mindestens 268 CHF Ausbildungszulage. Sie werden mit dem Lohn ausbezahlt.

Wechsel aus Deutschland: so klappt es

  1. Unterlagen mitbringen: letzte Zeugnisse, Lernberichte und, falls vorhanden, Förderpläne.
  2. Einstufung klären: Die Schule entscheidet, in welche Klasse dein Kind kommt. Wegen des früheren Schulstarts kann das von der deutschen Klassenstufe abweichen.
  3. Sprache: Unterricht ist auf Hochdeutsch, auf dem Pausenhof wird Dialekt gesprochen. Kinder lernen ihn meist schnell. Mehr dazu unter Welche Sprache spricht man in der Schweiz.
  4. Fremdsprachen: In der Primarschule lernen Kinder meist Englisch und eine zweite Landessprache. Die Reihenfolge hängt vom Kanton ab.

Weitere Infos zum Start findest du in den Beiträgen Leben in der Schweiz, Wohnung mieten und Auswandern in die Schweiz.

Kita-Kosten, Zulagen und Elternurlaub findest du im Beitrag Mit Familie in die Schweiz.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Schulpflicht in der Schweiz?

Elf Jahre: acht Jahre Primarstufe inklusive zwei Jahre Kindergarten und drei Jahre Sekundarstufe I.

Mit wie vielen Jahren kommen Kinder in der Schweiz in die Schule?

Meist mit vier oder fünf Jahren in den Kindergarten, der zur Primarstufe gehört. Stichtag ist in den meisten Kantonen der 31. Juli.

Ist die Schule in der Schweiz kostenlos?

Ja, die öffentliche obligatorische Schule ist für alle Kinder unentgeltlich. Betreuung wie Mittagstisch oder Hort kostet meist extra.

Wie viele Jugendliche machen in der Schweiz eine Lehre?

Rund zwei Drittel der Jugendlichen wählen nach der obligatorischen Schule eine berufliche Grundbildung. Zur Wahl stehen rund 250 Berufe.

Wie viel Kinderzulage gibt es in der Schweiz?

Mindestens 215 CHF pro Monat für Kinder bis 16 Jahre und mindestens 268 CHF Ausbildungszulage, längstens bis 25 Jahre. Manche Kantone zahlen mehr.

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Quellen: EDK: Obligatorische Schule, EDK: Primarstufe, SBFI: Berufsbildung in der Schweiz 2025, Eurydice: Sekundarbildung Schweiz, BSV: Zulagen für Familien. Stand: Oktober 2026.

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