Geteilte Dienste in der Pflege Schweiz 2026: Regeln, Pausen und Zulagen

Geteilte Dienste Pflege: Regeln und Tipps

Inhalt

Geteilte Dienste sind in der Pflege in der Schweiz häufig, vor allem in Heimen und bei der Spitex: morgens ein paar Stunden, mittags frei, abends wieder im Einsatz. Das ist erlaubt, aber nur innerhalb klarer Grenzen. Die wichtigste: Dein ganzer Arbeitstag muss inklusive Pausen innerhalb von 14 Stunden liegen. Hier findest du alle Regeln laut SECO, die Ausnahmen für Spitäler und Tipps, worauf du im Vertrag achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tages- und Abendarbeit muss inklusive Pausen und Überzeit innerhalb von 14 Stunden liegen.
  • Die effektive Arbeitszeit darf 12½ Stunden nicht überschreiten.
  • In Spitälern und Kliniken darf der Zeitraum ausnahmsweise auf bis zu 17 Stunden steigen, wenn du im Wochenschnitt mindestens 12 Stunden Ruhe am Stück hast und zwischen den Einsätzen mindestens 8 Stunden.
  • Danach brauchst du die normale Ruhezeit von 11 Stunden.
  • Die freie Zeit zwischen den Einsätzen ist keine Arbeitszeit. Zulagen für geteilte Dienste regelt nicht das Gesetz, sondern dein Vertrag oder der GAV.

Neuer Pflegejob in der Schweiz? Wir finden die passende Stelle für dich und verhandeln dein Gehalt mit. Für dich 100 % kostenlos.

Kostenloses Kennenlerngespräch sichern

Was ist ein geteilter Dienst?

Bei einem geteilten Dienst arbeitest du an einem Tag in zwei Blöcken mit einer längeren Unterbrechung dazwischen. Typisch ist ein Frühdienst bis zum späten Vormittag und ein Spätdienst am Abend, wenn in Heimen und bei der Spitex besonders viel zu tun ist. Die Unterbrechung ist länger als eine normale Pause und gilt nicht als Arbeitszeit.

Die Regeln laut Arbeitsgesetz

RegelGrenze
Zeitraum für Tages- und Abendarbeit (inkl. Pausen und Überzeit)höchstens 14 Stunden
Effektive Arbeitszeit pro Taghöchstens 12½ Stunden
Ausnahme in Spitälern und Klinikenbis 17 Stunden, mit Ausgleich der Ruhezeit
Normaler Rahmen für Tages- und Abendarbeit6 bis 23 Uhr
Ruhezeit danachmindestens 11 Stunden (Spital ausnahmsweise 9)

Ein Beispiel: Beginnst du um 7 Uhr, muss dein Abendeinsatz spätestens um 21 Uhr enden. In einem Spital wären mit den Ausnahmeregeln bis 24 Uhr möglich, wenn die Ruhezeiten ausgeglichen werden. Danach brauchst du die normale Ruhezeit, bevor der nächste Dienst beginnt.

Pausen im geteilten Dienst

Die Pausenregeln gelten für jeden Arbeitstag: 15 Minuten ab 5½ Stunden, 30 Minuten ab 7 Stunden und 1 Stunde ab 9 Stunden Arbeit. Die lange Unterbrechung zwischen den Blöcken ersetzt diese Pausen nicht automatisch. Ob sie angerechnet wird, hängt davon ab, wie lange du in einem Block am Stück arbeitest.

Zulagen und Wegzeit

  • Zulagen: Das Arbeitsgesetz schreibt für geteilte Dienste keine Zulage vor. Manche Arbeitgeber und GAV zahlen eine Entschädigung, frag im Vorstellungsgespräch danach.
  • Wegzeit: Der zweite Arbeitsweg am Tag ist in der Regel deine Freizeit. Bei der Spitex zählen Fahrten zwischen Einsätzen dagegen als Arbeitszeit.
  • Häufigkeit: Wie oft du geteilte Dienste hast, legt der Dienstplan fest. Achte im Vertrag auf eine Obergrenze, wenn dir das wichtig ist.
Tipp

Spitäler arbeiten meist mit durchgehenden Früh-, Spät- und Nachtdiensten. Wer keine geteilten Dienste will, findet dort oft passendere Stellen als in Heimen. Mehr zu Dienstmodellen in den Beiträgen 4-Tage-Woche in der Pflege und Jobs ohne Wochenende.

Wenn die Regeln nicht eingehalten werden

Sprich zuerst mit deiner Leitung und prüfe Vertrag oder GAV. Bei privaten Betrieben wacht das kantonale Arbeitsinspektorat über das Arbeitsgesetz. Alle Regeln zu Arbeits- und Ruhezeiten stehen im Beitrag Arbeitsgesetz in der Pflege. Stellen mit Dienstmodellen, die zu dir passen, findest du mit uns auf Pflegejobs in der Schweiz.

Häufige Fragen

Sind geteilte Dienste in der Pflege in der Schweiz erlaubt?

Ja. Der ganze Arbeitstag muss aber inklusive Pausen innerhalb von 14 Stunden liegen, in Spitälern ausnahmsweise bis 17 Stunden mit Ausgleich der Ruhezeit.

Zählt die Zeit zwischen zwei Einsätzen als Arbeitszeit?

Nein, die lange Unterbrechung ist Freizeit. Die Pausenregeln für jeden Arbeitsblock gelten trotzdem.

Gibt es eine Zulage für geteilte Dienste?

Das Gesetz schreibt keine vor. Manche Arbeitgeber und Gesamtarbeitsverträge zahlen eine Entschädigung, frag beim Vorstellungsgespräch danach.

Wie viel Ruhezeit brauche ich nach einem geteilten Dienst?

Die normale tägliche Ruhezeit von 11 Stunden. Spitäler dürfen sie ausnahmsweise auf 9 Stunden kürzen, wenn es im Schnitt von zwei Wochen 12 Stunden sind.

Du willst wissen, was du in der Schweiz verdienen kannst? HeySwiss kennt die Lohnbänder der Arbeitgeber, findet die passende Stelle und hilft bei Anerkennung, Wohnung und Umzug – für dich 100 % kostenlos.

Kostenloses Kennenlerngespräch sichern

Quellen: SECO: Merkblatt Arbeitsgesetz in Krankenanstalten und Kliniken (2023), SECO: Krankenanstalten und Kliniken. Stand: Oktober 2026.

Inhalt

Diese Artikel könnten dich auch interessieren