Impfpflicht in der Pflege Schweiz 2026: Was gilt für Pflegekräfte?

Impfpflicht Pflege Schweiz: Was gilt 2026

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Gibt es in der Schweiz eine Impfpflicht für Pflegekräfte? Nein, eine allgemeine Impfpflicht gibt es nicht. Die Kantone könnten Impfungen für besonders exponierte Berufe nur bei erheblicher Gefahr für obligatorisch erklären. Arbeitgeber dürfen Impfungen in der Regel nur empfehlen, müssen sie aber bei Bedarf auf eigene Kosten anbieten. Hier findest du die Rechtslage, die empfohlenen Impfungen und den Unterschied zu Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine allgemeine Impfpflicht für Gesundheitspersonal in der Schweiz.
  • Nach Art. 22 Epidemiengesetz können die Kantone Impfungen für besonders exponierte Personen oder bestimmte Tätigkeiten nur für obligatorisch erklären, wenn eine erhebliche Gefahr besteht.
  • Arbeitgeber dürfen Impfungen in der Regel nicht vorschreiben, Ausnahmen sind für exponierte Stellen möglich.
  • Bist du gegen einen Erreger am Arbeitsplatz nicht immun, muss dir der Arbeitgeber eine wirksame Impfung auf seine Kosten ermöglichen (Art. 14 SAMV).
  • Die Suva empfiehlt allen, die mit Blut oder Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen, die Impfung gegen Hepatitis B.

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Was das Gesetz sagt

Das Epidemiengesetz erlaubt den Kantonen, Impfungen für gefährdete Bevölkerungsgruppen, für besonders exponierte Personen und für Personen mit bestimmten Tätigkeiten für obligatorisch zu erklären. Voraussetzung ist eine erhebliche Gefahr. Auch der Bundesrat kann in besonderen Lagen solche Massnahmen anordnen. Ein Obligatorium bedeutet allerdings nicht, dass jemand gegen seinen Willen geimpft wird. Es kann aber Folgen für den Einsatz in bestimmten Bereichen haben.

Darf der Arbeitgeber eine Impfung verlangen?

Eine Impfung ist ein starker Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Deshalb ist es in der Regel unzulässig, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Impfungen vorschreiben. Ausnahmen sind für exponierte Stellen mit engem Kontakt zu infizierten oder besonders verletzlichen Menschen möglich, etwa im Spital. Im Bewerbungsgespräch darf nach dem Impfstatus nur gefragt werden, wenn das für die Stelle wirklich relevant ist.

FrageAntwort
Allgemeine Impfpflicht?Nein
Kantonales Obligatorium möglich?Ja, bei erheblicher Gefahr und für bestimmte Gruppen
Darf der Arbeitgeber eine Impfung vorschreiben?In der Regel nein, Ausnahmen für exponierte Stellen
Wer zahlt Impfungen gegen Erreger am Arbeitsplatz?Der Arbeitgeber

Empfohlene Impfungen für Pflegekräfte

  • Hepatitis B: Laut Suva sollen sich alle impfen lassen, die mit Blut oder potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen.
  • Weitere Impfungen: Je nach Gefährdung empfiehlt die Suva weitere Impfungen nach dem Schweizerischen Impfplan, etwa gegen Masern oder Grippe.

Die Verordnung über den Schutz der Arbeitnehmenden vor Mikroorganismen (SAMV) verpflichtet den Arbeitgeber: Bist du gegen einen Erreger, mit dem du arbeitest oder dem du ausgesetzt sein könntest, nicht immun, musst du auf seine Veranlassung und Kosten eine wirksame Impfung erhalten, wo das möglich und sinnvoll ist. Lehnst du ab, wird das meist schriftlich festgehalten.

Unterschied zu Deutschland

In Deutschland gilt seit März 2020 das Masernschutzgesetz: Wer in Gesundheitseinrichtungen arbeitet und nach 1970 geboren ist, muss einen Masernschutz nachweisen (§ 20 Infektionsschutzgesetz). In der Schweiz gibt es eine solche gesetzliche Nachweispflicht nicht. Viele Spitäler fragen aber nach dem Impfstatus oder bieten Impfungen beim Personalärztlichen Dienst an.

Tipp

Nimm deinen Impfausweis zum Start mit. Viele Arbeitgeber prüfen Hepatitis B und Masern beim Personalärztlichen Dienst. Was du sonst für den Start brauchst, steht im Beitrag Arbeiten in der Schweiz. Unseren Ablauf siehst du auf Pflegejobs in der Schweiz.

Häufige Fragen

Gibt es eine Impfpflicht für Pflegepersonal in der Schweiz?

Nein. Die Kantone könnten Impfungen für besonders exponierte Berufe nur bei erheblicher Gefahr für obligatorisch erklären.

Darf mein Arbeitgeber eine Impfung verlangen?

In der Regel nicht. Ausnahmen sind für exponierte Stellen mit engem Kontakt zu infizierten oder besonders verletzlichen Menschen möglich.

Wer zahlt die Hepatitis-B-Impfung für Pflegekräfte?

Ist sie wegen der Arbeit nötig, der Arbeitgeber. Die SAMV verlangt, dass nicht immune Mitarbeitende auf Kosten des Arbeitgebers geimpft werden können.

Brauche ich in der Schweiz einen Masernnachweis wie in Deutschland?

Gesetzlich nicht. Viele Spitäler fragen aber nach dem Impfstatus oder bieten die Impfung an.

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Quellen: arbeitsrecht-aktuell.ch: Impfpflicht am Arbeitsplatz (Art. 22 EpG), UZH: Impfkonzept 2025 (Art. 14 SAMV), Suva: Biostoffe im Gesundheitswesen, § 20 Infektionsschutzgesetz (Deutschland). Stand: Oktober 2026.

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